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SchuleOhneRassismus

Schule am Düvelshöpen, Schützenstr. 53, 21255 Tostedt  Tel. 04182-292344 Fax 04182-292345 E-Mail hauptschule-tostedt@ewetel.net

Integration - Inklusion an der Hauptschule Tostedt

Vor nahezu zwanzig Jahren begannen wir mit der Integration (Nichtaussonderung) von Schülerinnen und Schülern mit Lernrückständen, geistigen Entwicklungsdefiziten und körperlichen Schwierigkeiten. Das waren zunächst nur vereinzelte Schülerinnen oder Schüler, ohne rechtlichen Status, sozusagen von der Regierung “geduldete” Integrationen. Außenstehende taten unsere Arbeit häufig als “Spinnerei” ab.

Schon bald änderte sich das. Von der Landesregierung in Hannover wurde grünes Licht für Integrationsklassen gegeben. Sofort haben wir das Angebot angenommen und im Schuljahr 1993/1994 die erste Integrationsklasse im Sekundarbereich I des Landkreises eröffnet. Seit damals gibt es in jedem Jahrgang parallel zu den anderen Klassen eine Integrationsklasse.

Was ist nun eine Integrationsklasse?

In jeweils einer Klasse pro Jahrgang, der Integrationsklasse, lernen behinderte und nicht behinderte Schülerinnen und Schüler gemeinsam. Diese Klassen verteilen sich auf fünf Jahrgänge. Zurzeit befinden sich in ihnen zwanzig Schülerinnen und Schüler, von denen jeweils zwei bis fünf Kinder förderpädagogisch betreut werden. Die übrigen Schülerinnen und Schüler sind Hauptschüler.

Wie muss man sich die Arbeit in diesen Klassen vorstellen?

Je nach Anzahl der besonders zu fördernden Schülerinnen und Schüler wird in Integrationsklassen der Unterricht von einer Hauptschullehrkraft und einer Förderlehrkraft gemeinsam geplant und gestaltet. Dabei wird besonders auf die unterschiedlichen Bedürfnisse und Lernausgangslagen jeder einzelnen Schülerin oder Schülers geachtet und dementsprechend ein Unterrichtsstoff differenziert aufbereitet. Die Lernzugänge werden so unterschiedlich wie möglich und notwendig gestaltet, damit jeder, behindert oder nicht, seinen Weg finden kann. Viele Lernziele werden durch das Zusammenarbeiten der Schülerinnen und Schüler erreicht, jeder bringt sich mit seinen Fähigkeiten, Fertigkeiten und Möglichkeiten ein. Als Unterrichtsmethoden spielen Wochenplanarbeit, Lernbüffets, Lernen an Stationen, projektorientierter Unterricht und andere kooperative Lernverfahren eine große Rolle.

Dabei müssen von den Schülerinnen und Schülern häufig die Ziele unterschiedlicher Lehrpläne ereeicht werden. Die Lehrpläne der Förderschule (Schwerpunkt: Lernen und geistige Entwicklung) finden neben den Plänen der Hauptschule gleichberechtigt Berücksichtigung. Jede Schülerin und jeder Schüler lernt nach seinen Möglichkeiten, ein Wechsel vom Förderschüler zum Hauptschüler wird stets angestrebt und kommt häufig vor.

Warum hat sich unsere Schule für integrativen (inklusiven) Unterricht entschieden?

Alle Schülerinnen und Schüler sind besonders, gleichgültig, ob mit oder ohne Behinderung. Alle Schülerinnen und Schüler bedürfen der Berücksichtigung ihrer Individualität. Unser Unterricht setzt an den Stärken, nicht an den Schwächen der Schülerinnen und Schüler an. Für alle Kinder ist Fördern und Fordern Bestandteil des Unterrichtskonzeptes. Wer kann, der muss!

Lernen passiert durch miteinander arbeiten, ausprobieren, erklären und diskutieren, d.h. durch gemeinsames Leben. In Integrationsklassen fällt die Heterogenität (Vielfältigkeit) von Schülerinnen und Schülern besonders deutlich auf, vorhanden ist aber in allen Klassen. Dem trägt bei uns ein breit gefächertes, differenziert aufbereitetes Lernangebot Rechnung.

Heterogenität bedeutet für alle Schülerinnen und Schüler die Chance, von und miteinander zu lernen. Heterogenität bedeutet auch, Verantwortung füreinander zu erlernen, Rücksichtnahme üben zu lernen und Verständnis für Andersartigkeit zu entwickeln.

Der gemeinsame Unterricht an unserer Schule hat über zwanzig Jahre gezeigt, dass er die individuelle Leistung aller Schülerinnen und Schüler mindestens im gleichen Maße fördert wie in reinen Hauptschulklassen. Die Sozialkompetenz ist in Integrationsklassen vergleichsweise hoch ausgeprägt.

Wir als Schule sind der Meinung, dass Schülerinnen und Schüler wohnortnah in ihrem sozialen Umfeld betreut werden sollen, weil die Kommunikation zwischen Lehrer, schulischen Mitarbeitern, Eltern und Schülern auf kurzem Wege erfolgen kann. Schülerinnen, Schüler und Eltern eines Einzugsbereiches kennen sich untereinander und haben die Chance, sich auch außerhalb von Schule zu treffen. Schule ist für alle Beteiligten nicht nur Lern- sondern auch ein Lebensort.

Ausblick

Das Leitbild und die Lernziele unserer Schule bilden auch für die inklusive Beschulung eine gute Basis. Aufgrund der Heterogenität unserer Schülerschaft in Hinblick auf Herkunft, die Kultur, den Glauben, die soziale Zugehörigkeit und den unterschiedlichen, individuellen Entwicklungsvoraussetzungen, sind die Bedingungen für pädagogisches und bildungsgemäßes Arbeiten für alle sehr weit gefasst. (Sr, BuMa)